Google kennt Sie - Und zwar besser als Ihnen vermutlich lieb ist

19.01.2017, Google Ads und SEA

Was wir uns bewusst sein sollten: „What happens on the Internet stays on the Internet.“ Oder konkreter: „What happens on social media stays on Google forever.“

Aber sind wir uns dessen wirklich bewusst? Wir zeigen, was Google ĂŒber Sie weiß und was Sie tun können, um Ihre PrivatsphĂ€re auch – oder vielmehr vor allem – online zu schĂŒtzen.

Jedes Mal, wenn Sie online Suchanfragen durchfĂŒhren, Bestellungen aufgeben, Kommentare veröffentlichen oder beispielsweise ein Katzenvideo auf YouTube bewerten, hinterlassen Sie einen digitalen Fußabdruck. Google zeichnet jeden dieser Schritte auf, um personalisierte Werbung ausspielen oder Verbesserungen hinsichtlich Nutzererlebnisse durchfĂŒhren zu können. Das ist prinzipiell „eine gute Sache“, gegen die es kaum EinwĂ€nde gĂ€be, aber meistens wissen wir gar nicht, was mit unseren Daten im Netz sonst noch passiert.

Sollten Sie also nicht explizit die Aufzeichnung von Cookies, Standortdaten usw. deaktiviert haben – und mal ganz ehrlich: wer von uns denkt wirklich daran? – weiß Google schon sehr viel ĂŒber Sie.

Das fĂ€ngt damit an, dass Google weiß, mit welchem GerĂ€t Sie sich angemeldet haben. Hier können Sie die gespeicherten GerĂ€te und IP-Adressen ĂŒberprĂŒfen und sehen sofort, ob Ihr Account von einer fremden Person genutzt wurde.

Wenn Sie sich generell einen Überblick darĂŒber verschaffen wollen, welche persönlichen Daten Sie Google bereits – bewusst oder unbewusst – zur VerfĂŒgung gestellt haben, können Sie diese Daten ĂŒber Google Takeout herunterladen und kontrollieren.

Sie â€žĂŒberprĂŒfen“ Ihr Wissen regelmĂ€ĂŸig mit Google-Suchanfragen? Google lukriert sein Wissen ĂŒber Sie, indem alle Suchbegriffe gespeichert werden. Unter „Meine AktivitĂ€ten“ finden Sie sofort heraus, welche Dinge Sie schon einmal gesucht oder sich angesehen haben. Sie können ganz einfach in den Einstellungen festlegen, welche Daten mit Ihrem Konto verknĂŒpft werden dĂŒrfen und welche Themen gelöscht werden sollen.

In welche Werbekategorien Google Sie gesteckt hat, erfahren Sie, wenn Sie sich Ihre Google Preferences in Ihrem Google-Konto anschauen. Ist die interessensbezogene Werbung aktiviert, sehen Sie auch gleich, wie Google Sie sieht. Das automatisch generierte Profil und Ihre prĂ€ferierten Themen können Sie ganz einfach bearbeiten. Sie können die interessensbezogene Werbung aber auch deaktivieren, dann werden alle mit ihrem Google-Konto verknĂŒpften Interessen hinsichtlich Werbung gelöscht. Werbung wird Ihnen allerdings weiterhin angezeigt.

Zahlreiche Google Add-ons erleichtern uns das Surfen mit dem Chrome-Browser, allerdings benötigen diese Erweiterungen Zugriff auf Ihre Daten, damit sie (optimal) funktionieren können. Wenn Sie wissen wollen, welchen Add-ons Sie aktuell Zugriff auf Ihr Google-Konto gewĂ€hren, sehen Sie unter „Einstellungen fĂŒr Kontozugriff und Sicherheit“ nach.

Ihren aufgezeichneten Standortverlauf können Sie hier kontrollieren. Ihr Android-Smartphone ĂŒbermittelt Ihre Standorte laufend an Google. Um das zu unterbinden, können Sie die GPS-Funktion auf Ihrem Smartphone unter „Einstellungen“ deaktivieren.

Neben den aufgezĂ€hlten Möglichkeiten zur Kontrolle der eigenen PrivatsphĂ€re ist es vor allem wichtig, dass wir uns darĂŒber Gedanken machen, wie wir uns im Netz verhalten und was wir veröffentlichen, denn selbst gelöschte Daten gehen nicht fĂŒr immer verloren.

„Wer nicht fĂŒr seine PrivatsphĂ€re kĂ€mpft, wird sie verlieren“, so der frĂŒhere Google-Chef Eric Emerson Schmidt und mit genau diesem Zitat beenden wir diesen kurzen Einblick, denn jeder von uns ist – MedienmĂŒndigkeit vorausgesetzt – selbst dafĂŒr verantwortlich, was er von sich preisgeben will oder was er tut, um die eigene PrivatsphĂ€re zu schĂŒtzen. (Es geht schließlich niemanden was an, welche Katzenvideos uns gefallen. ;))