Aug
21

CMS Vergleich: WordPress vs. Typo3

gepostet am 21. August 2019 in Alle & CMS

Fact Sheet WordPress Typo3 C21 new media design Graphic Design Werbung Pharma Marketing

Immer wieder begegnet uns in der Praxis die Frage nach dem geeignetsten Content Management System (CMS) für ein Website-Projekt. Sehr oft wird dann vom Auftraggeber selbst „WordPress“ ins Spiel gebracht, da dieses System sehr weit verbreitet ist und im Ruf steht, einfach bedienbar zu sein.

Doch so eindeutig ist die Sache nicht. WordPress hat gegenüber anderen Content Management Systemen, vor allem im Bereich Sicherheit, auch gravierende Nachteile und ist daher oft definitiv nicht die beste Wahl.

In der nachfolgenden Übersicht finden Sie einen Vergleich zwischen WordPress und dem ebenfalls sehr bekannten CMS „Typo3“.

 


Ursprung

WordPress

Typo3


Allgemeine Info

WordPress

  • WordPress wurde ursprünglich als Blog-Software entwickelt und erst später durch viele (externe) Plugins zum CMS erweitert.
  • Da die technische Konfiguration und Bedienung auch für Nicht-Entwickler relativ einfach ist, hat sich WordPress weltweit rasch verbreitet und hält einen Anteil von über 30 %.
  • Dadurch ist es allerdings auch bei Hackern sehr beliebt, weshalb Updates unbedingt zeitnah eingespielt werden sollten. Diese können auch Funktionsänderungen beinhalten, sind aber aufgrund einer fehlenden Roadmap schwer planbar.

Typo3

  • Typo3 war schon immer als Enterprise CMS konzipiert und ist auch für komplexe Webseiten gut geeignet.
  • Die technische Konfiguration verlangt Fachwissen.
  • Typo3 ist vor allem im deutschsprachigem Raum weit verbreitet.

Grundlegende Ausrichtung

WordPress

  • WP war eine Blog-Software und hat sich erst nach und nach zu einem CMS entwickelt.
  • Es eignet sich am besten für Blogs und kleine bis mittelgroße, inhaltsorientierte und einsprachige Webseiten, die keine individuell hinzuprogrammierten Funktionalitäten aufweisen.

Typo3

  • Typo3 war schon immer als Enterprise CMS konzipiert und eignet sich auch für größere Website-Projekte mit komplexeren Funktionalitäten und Rechteverwaltungen (z.B. Sichtbarkeit von Seiten), Anbindungen an Schnittstellen etc.

Bedienbarkeit für die Content-Wartung

WordPress

  • WP benutzt keinen Seitenbaum in der Wartungsoberfläche.
  • Solange die jeweilige Website klein ist und ohne individuelle Funktionalität bzw. ohne viele Plugins auskommt, ist die Bedienung einfach.
  • Ist eine Website umfangreicher oder bietet viele Funktionen, so steigt auch die Komplexität der Wartung überproportional stark an, da es keinen Seitenbaum gibt und viele Funktionen über das gesamte System bzw. die genutzten Plugins „verstreut“ sind. WordPress wird in einem solchen Fall sehr schnell sehr unübersichtlich.

Typo3

  • Typo3 benutzt einen Seitenbaum in der Benutzeroberfläche, was die Bedienung intuitiver werden lässt. Die jeweiligen Seiten können direkt ausgewählt werden.
  • Da Typo3 auch für größere Projekte ausgelegt ist, hat es aber von Grund auf wesentlich mehr Funktionen als WP. Daher ist es auf den ersten Blick auch etwas komplexer zu bedienen.
  • Steigt der Umfang bzw. die Funktionsvielfalt einer Website an, so kommt die logische Struktur von Typo3 auch in Bezug auf die Website-Wartung immer positiver zur Geltung.

Sicherheit

WordPress

  • WP ist das am meisten genutzte CMS weltweit und daher besonders im Fokus der Hacker.
  • Sehr viele Funktionen sind aber nur mit Plugins von externen Entwicklern realisierbar.
  • Viele dieser Plugins sind nicht ausreichend sicher programmiert und daher sind die Plugins fast immer das Einfallstor für Hacker. Dieses Sicherheitsproblem ist auch einer der Hauptkritikpunkte an WordPress.

Typo3

  • Typo3 ist ebenfalls weit verbreitet (besonders im deutschsprachigen Raum), aber im Vergleich zu WordPress gibt es deutlich weniger Installationen.
  • Viele Funktionen sind bereits im CMS selbst integriert. Daher werden wesentlich weniger Plugins benötigt, die Angriffspunkte für Hacker sein könnten.

Update-Zyklen

WordPress

  • Nur ein System (inkl. aller verwendeten Plugins), das immer upgedated ist, bietet bestmöglichen Schutz.
  • WP bzw. die Plugins werden sehr häufig upgedated, aber die Updates werden nicht im Voraus bekannt gegeben. Sie sind daher nicht planbar.
  • Außerdem können die Updates auch Funktionsänderungen zur Folge haben, die nicht angekündigt sind. Daher ist der Testaufwand nach einem Update relativ groß.

Typo3

  • Durch die LTS (Long-Term-Support) Versionen, stehen regelmäßige Sicherheitsupdates zur Verfügung.
  • Weiters gibt es für Typo3 einen genauen Entwicklungsplan (Roadmap), welcher die Unterstützung einer LTS Version mit Sicherheitsupdates für 3 Jahre und alle 1,5 Jahre neue LTS Versionen mit neuen Features vorsieht. Dadurch sind größere Updates gut planbar.

 

Geschützte Bereiche auf einer Website, die mittels Login der User erreichbar sind

WordPress

  • Eignet sich weniger für Frontend-Logins (keine Trennung Backend- und Frontend-User)
  • Geschützter Bereich nur mit externen Plugins möglich
  • Geschützte Downloads nur mit externen Plugins möglich

Typo3

  • Für komplexe Benutzerverwaltung auf der Webseite geeignet (klare Trennung von Backend- und Frontend-Usern)
  • Unbegrenzte Frontend-User Gruppen
  • Einfacher geschützter Bereich auch ohne Plugins möglich
  • Geschützte Downloads nur mit Plugins möglich
  • Jede Seite und jedes Content-Element kann mit einer Frontend-User Gruppe versehen werden.

 

Wartungsaufwand Grundsystem bei Updates

WordPress

  • Aufgrund der regelmäßigen Updates und den damit eventuell einhergehenden und nicht vorhersehbaren Feature-Änderungen hoher Testierungsaufwand bei jedem Update.

Typo3

  • Sicherheitsupdates bringen keine Feature Änderungen mit sich. Sie sind daher im Normalfall schnell eingespielt und benötigen nur eine Grobtestierung.
  • Wechsel zur nächsten LTS-Version aufwendiger, allerdings wird die LTS-Version insgesamt 3 Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt. Ein Extended Support (kostenpflichtig) ist für weitere 3 Jahre möglich.

Mehrsprachigkeit

WordPress

  • WordPress bietet keine native Unterstützung für mehrsprachige Webseiten.
  • Mehrsprachigkeit nur über Plugins möglich

Typo3

  • Typo3 bietet native Unterstützung für mehrsprachige Webseiten.

SEO-Optimierung

WordPress

  • Sprechende URLs
  • URL-Management bei komplexen Seiten unübersichtlich (kein Seitenbaum, nur Kategorisierung)
  • Vorkonfigurierte Basis SEO Einstellungen
  • Individuelle Einstellungen pro Seite nur über Plugins möglich

Typo3

  • Sprechende URLs
  • Übersichtliches URL-Management (Seitenbaum)
  • Vorkonfigurierte Basis SEO Einstellungen
  • Für jede Seite individuelle Einstellungen für Title, Meta Description, Meta Keywords, Canonical Link, Index und Follow Attribut

Social Media Share Optionen (Festlegung was angezeigt wird, wenn eine Seite z.B. auf Facebook geteilt wird.)

WordPress

  • Ja, aber nur über Plugin möglich

Typo3

  • Ja, für jede Seite individuelle Einstellungen für Facebook (Bild, Titel, Beschreibung) und Twitter (Bild, Titel, Beschreibung) möglich

Verwaltung von Bildern und Videos in der Content-Wartung

WordPress

  • Vom Grundsystem her keine Ordnerstruktur möglich. Alle Bilder und Videos werden in einem einzigen Ordner gespeichert.
  • Ordnererstellung nur über Plugin möglich

Typo3

  • Erstellen von Ordnern zur Strukturierung möglich

 

Fazit

Welches CMS besser geeignet ist, hängt grundsätzlich von 3 Faktoren ab:

  1. Funktionsumfang und inhaltlicher Umfang der Website
  2. Kenntnisse des Entwicklerteams
  3. Computererfahrung der Personen, die für die inhaltliche Wartung verantwortlich sind

 

Gründe für Typo 3

Typo3 ist wesentlich flexibler was den Einsatzbereich betrifft. Dadurch erfordert es für Programmierer mehr Einarbeitung und ist für Redakteure etwas komplexer (aber logischer strukturiert) in der Wartung. Arbeitet man aber als Redakteur regelmäßig mit Typo3, so ist es durch seinen logischen Aufbau und den Seitenbaum, den es ja bei WordPress nicht gibt, effektiver zu bedienen als WordPress.

Typo3 eignet sich besser für umfangreichere Websites oder Websites mit individuell programmierten Funktionalitäten.

Wenn die künftige Erweiterbarkeit und Skalierbarkeit einer Website wichtig ist, dann ist Typo3 zu bevorzugen.

Typo3 ist das sicherere System.

 

Gründe für WordPress

Wenn das Entwicklerteam über kein Know-how in Bezug auf Typo3 verfügt, sollte eher WordPress verwendet werden. (Wenn das Entwicklerteam bei beiden Systemen gleiche Kenntnisse hat, dann ist Typo3 zu wählen.)

WordPress ist auch zu bevorzugen bei einfach aufgebauten Seiten (wie beispielsweise ein Blog oder eine Portfolio Seite), die von Personen ohne jegliche Webwartungskenntnissen bearbeitet werden, denn die grundlegende Einarbeitung in die Basics der Webwartung geht bei einfach aufgebauten Websites bei WordPress schneller.

Prinzipiell gilt: Alles was WordPress kann, kann auch Typo3 – aber nicht umgekehrt.

Diesen CMS Vergleich gibt es auch als PDF zum downloaden.